Von Oberstaufen nach Wimbledon: Der Oberstaufen Cup als Karriere-Sprungbrett für aufstrebende Tennis-Profis

Das ATP-Challenger-Turnier um den Oberstaufen-Cup war für viele Tenniscracks der Welt das Sprungbrett für eine hochkarätige Karriere. Bestes Beispiel ist der Spanier Carlos Moya, der 1995 als 17-jähriger im Allgäu triumphierte und 1999 die Nummer eins der Weltrangliste war. Moyas damaliger Finalgegner im Allgäu, der Tscheche Jiri Novak war 2001 die Nummer fünf der Welt. Der aktuell beste ehemalige Oberstaufen-Cup-Teilnehmer ist der Tscheche Tomas Berdych als Achter der derzeitigen ATP-Weltrangliste. Berdych kam 2003 im Allgäu bis ins Halbfinale, scheiterte damals am späteren Sieger Martin Vasallo-Arguello (Argentinien).

Dominik Meffert


Ein gutes Pflaster war der Oberstaufen-Cup für die Tennisspieler aus Bayern. Mit Dieter Kindlmann aus Sonthofen triumphierte 2004 sogar einmal ein Lokalmatador aus dem Allgäu, 2011 gewann Daniel Brands aus Deggendorf. In den 22 Turnierjahren gab es insgesamt sieben Siege für deutsche Athleten, genauso oft kamen deutsche Spieler ins Finale.

Die aktuelle Nummer 1 der deutschen Tenniscracks, Philipp Kohlschreiber aus Kissing bei Augsburg, hat dagegen weniger gute Erinnerungen an seinen Auftritt in Oberstaufen. Bei seinem Debüt 2002, mit einer Wildcard des Bayerischen Tennis-Verbandes, flog Kohlschreiber zu Beginn seiner Profikarriere bereits in der ersten Runde raus. Nach Oberstaufen ging es dann allerdings auf die Überholspur. Bekanntlich gewann Kohlschreiber mittlerweile dreimal die BMW Open in München, zuletzt im Mai 2016. Damit rückte er bis auf Platz 25 der Weltrangliste vor.

Immer wieder machten die deutschen Oberstaufen-Cup-Teilnehmer kurz nach ihrem Auftritt im Allgäu für Furore. Bestes Beispiel ist Alexander Popp aus Sandhausen. Ein Jahr nach seinem Sieg in Oberstaufen (1999) schaltete er beim Grand-Slam-Turnier in Wimbledon keinen Geringeren als den früheren Weltranglistenzweiten Michael Chang (USA) aus und erreichte nach einem harten Fünf-Satz-Match völlig überraschend das Viertelfinale. Die Strapazen setzten dem jungen Deutschen damals so zu, dass er kurzfristig seine Titelverteidigung im Allgäu absagen musste. Gleich zu zwei Grand-Slam-Titeln im Doppel kam der Oberstaufen-Finalist von 2007, Philipp Petzschner. Der Bayreuther gewann mit seinem Partner Jürgen Melzer (Österreich) nicht nur das Doppelfinale von Wimbledon 2010, sondern ein Jahr später auch die US Open.

Der letzte deutsche Sieger des Oberstaufen-Cups ist Dominik Meffert aus Köln. Er triumphierte 2012 gegen den Qualifikanten Nils Langer (Affalterbach) mit 6:4 und 6:3. Als letzter Sieger geht der Italiener Simone Bolelli in die Geschichtsbücher ein. Die aktuelle Nummer 33 der ATP-Weltrangliste bezwang 2014 in einem spannenden und hochklassigen Finale den Stuttgarter Michael Berrer mit 6:4 und 7:6 (2). Gemeinsam mit seinem Partner Fabio Fognini gewann Bolelli 2015 die Australian Open im Doppel.

Simone Bolelli bei seinem Sieg 2014.

Statistik des Oberstaufen-Cups:

Deutsche Sieger im Einzel:
1996: Jens Knippschild (Arolsen)
1999: Alexander Popp (Sandhausen)
2001: Oliver Gross (Hanau)
2004: Dieter Kindlmann (Sonthofen)
2005: Simon Greul (Kornwestheim)
2011: Daniel Brands (Deggendorf)
2012: Dominik Meffert (Köln)

Deutsche Finalisten (Einzel):
1992: Martin Sinner (Koblenz)
2007: Phillip Petzschner (Bayreuth)
2010: Cedrik-Marcel Stebe (Vaihingen/Enz)
2011: Andreas Beck (Ravensburg)
2012: Nils Langer (Affalterbach)
2013: Peter Gojowczyk (Dachau)
2014: Michael Berrer (Stuttgart)

Deutsche Sieger im Doppel:
1996: Karsten Braasch (Marl)/Jens Knippschild (Arolsen)
2009: Mischa Zverev (Hamburg)/Ernests Gulbis (Lettland)
2009: Dieter Kindlmann(Sonthofen)/Marcel Zimmermann (Kaufbeuren)
2010: Frank Moser (Baden-Baden)/Lukáš Rosol (Tschechien)
2013: Dominik Meffert (Köln)/Philipp Oswald (Österreich)

Deutsche Finalisten im Doppel:
1993: Christian Geyer (Hamburg)/Mathias Huning (Wülfrath)
1999: Karsten Braasch (Marl)/Jens Knippschild (Arolsen)
2000: Karsten Braasch (Marl)/Tomas Behrend (Porto Alegre)
2004: Christopher Kas (Trostberg)/Werner Eschauer (Österreich)
2007: Peter Gojowczyk (Dachau)/Marc Sieber (Straubing)
2009: Michael Berrer (Stuttgart)/Philipp Oswald (Österreich)

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